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Buchempfehlungen

Buchempfehlungen

Nächste Ausfahrt Zukunft

Geschichten aus einer Welt im Wandel

Ranga Yogeshwar

Ranga Yogeshwar ist Diplomphysiker und arbeitet als Journalist und Autor. Sein Buch „Nächste Ausfahrt Zukunft – Geschichten aus einer Welt im Wandel“, ist absolut empfehlenswert, hilft es doch dabei, die eigene Perspektive hinsichtlich der Zukunft kritisch zu hinterfragen. Yogeshwar gelingt es, den unbestechlichen Blick eines Physikers mit Fakten und Erfahrungen aus seinem Leben zu verbinden – keine Übertreibungen, keine Ideoloige, keine Prosa, sondern ein nüchterner Blick auf das, was passiert und passiert ist.

Das Neue lässt sich nicht aus dem Alten entwickeln, ist eine seiner zentralen Botschaften. Er zeigt auf, wohin uns die zunehmende Ökonomisierung aller Lebensbereiche geführt hat und fordert dazu auf, die Kontrolle über das eigene Leben nicht aus der Hand zu geben. Veränderungen wird mit Skepsis und Zukunftsangst begegnet. Unser Sicherheitsdenken fördert unsere kollektive Feigheit. Angstmacherei entpuppt sich als lukratives Businessmodell. Um der Freiheit willen, sollten wir die Gestaltung unserer Zukunft wieder selbst übernehmen, empfiehlt er. Stattdessen geben wir einen Teil unserer Autonomie auf, denn die neue Abhängigkeit ist bequem, schnell und scheinbar besser. So werden wir selbst, unser ganz persönliches Leben zum Produkt, zu einem lukrativen Business und entmündigen uns selbst.

Viele Prozesse des Lebens halten ihr Geheimnis noch immer für uns verschlossen, und die wunderbaren Wechselwirkungen der Natur werden auch in Zukunft noch lange ein Rätsel bleiben.
Ranga Yogeshwar

Unser Lebensstil und unsere Sorglosigkeit sind zur Bedrohung unseres Planeten geworden. Wir delegieren unsere Verantwortung an Maschinen und Computer, die wir selber nicht mehr beherrschen und verstehen. Die Komplexität hat derartige Ausmaße angenommen, dass einfachste Dinge sich unserem Selbstverständnis entziehen. Dies wird von vielen als Entmündigung empfunden.

Wo bleibt das Geheimnis der Selbsterfahrung, wenn man im Netzwerk ständig on ist?

Doch wenn wir uns von den Fesseln des Konsumentendaseins befreien, unsere eigene Kreativität entfalten und bündeln, ist jeder Konzern machtlos. Kaufen wir zudem nur noch bei Unternehmen bei denen nicht die Gewinnmaximierung, sondern Nachhaltigkeit und faire Entlohnung an erster Stelle sehen, werden wir zu verantwortungsvollen Konsumenten. Folglich muss sich unser Bewusstsein ändern und dafür müssen wir kämpfen.

Am Ende wünscht sich mancher Leser sicherlich mehr Hinweise, was es jetzt zu tun gibt. Da hält er sich zurück, gibt jedoch eine Empfehlung: Es geht nur gemeinsam.

Was auf dem Spiel steht

Philipp Blom

Philipp Blom zeigt in seinem Buch „Was auf dem Spiel steht“, die Folgen der Erderwärmung und der Digitalisierung auf. Es sind Sätze wie: „Die Menschen der reichen Welt wollen nur, das die Gegenwart nie endet.“ oder „Der Hunger des Westens nach Erdöl frisst sich täglich weiter in die Regenwälder.“, die beim Lesen des Buches nicht ohne Wirkung bleiben. Unseren Fortschritt in vielen Lebensbereichen verdanken wir dem steigenden Konsum und den fossilen Brennstoffen. Nüchtern und klar stellt Blom fest, dass die Ausbeutbarkeit des Planeten ausgereizt ist, wenn auch weiterhin Menschen auf ihm leben sollen. Der Planet scheint nicht mehr willens zu sein, unsere Kapriolen zu ertragen.

Er zeigt auch die Folgen unkontrollierten Digitalisierung auf, die die Arbeitswelt komplett auf den Kopf stellt. Jede Tätigkeit ist seiner Meinung nach ihrer Digitalisierung immer nur einen Schritt voraus. Trotz abnehmender Zahl an Arbeitsplätzen verhilft deren Automatisierung zu immer weiter steigenden Renditen. Die sozialen Auswirkungen dieser Entwicklung sind jedoch offensichtlich und führen dazu, dass immer mehr Jobs an Algorithmen und Roboter gehen. So führt der technische Fortschritt letztendlich zur Ausgrenzung seiner Nutzer.

Sehr viele Menschen sind erstaunlich schlecht informiert, verständlicherweise auf ihren eigenen Vorteil bedacht, sind voll damit beschäftigt, ihr tägliches Leben zu meistern.
Philipp Blom

Auch die Gesellschaft verändert sich. Menschen werden in erster Linie als Verbraucher betrachtet, deren Pflicht es ist, Geld zu verdienen und es wieder auszugeben. Notfalls sorgt die Kreditkarte für ein Leben in Würde und Freiheit. Doch was passiert mit der zunehmenden Zahl von Menschen, die in der Welt des Konsums keinen Platz mehr haben und zu Almosenempfängern geworden sind?

Die dauernde Transformation, das Wegwerfen des Alten, das Weggehen aus einer vertrauten Welt, die bald darauf zerstört wird, üben einen immensen Druck auf Menschen aus, die sich in der sich rasend schnell verändernden Welt nicht mehr zurechtfinden.

Vielen Menschen fällt es schwer angesichts dieser Situation an eine bessere Zukunft zu glauben. So wird jede Veränderung als Verschlechterung wahrgenommen. Doch die Fundamente der Zukunft sind längst von uns gelegt worden, bzw. werden gerade von uns gelegt. Um die aufziehenden Probleme zu lösen benötigen wir gesellschaftlichen Zusammenhalt und einer Perspektive, eines gemeinsamen Projektes, einer Hoffnung. Die Menschen, die heute leben, stellen die Weichen für die Zukunft, ob sie es wollen oder nicht.


Wer noch daran zweifelt, dass wir unsere Haltung gegenüber unserem Planeten und unser Kosumverhalten grundlegend ändern müssen, wird dies nach dem Lesen dieses Buches sicherlich nicht mehr tun. Auch für diejenigen, die die Digitalisierung wie einen Fetisch vor sich hertragen sei dieses Buch empfohlen. Seit langem wissen wir, dass unsere Art zu leben keine Zukunft mehr hat. Wir brauchen ein anderes Bewusstsein, dass meines Erachtens nur im Konsens und mit anderen Lebensinhalten und Perspektiven zu erreichen ist. Arbeit muss einen anderen Stellenwert bekommen, unser Verständnis für das Gemeinwohl braucht einen neuen Antrieb. Nie war die Notwendigkeit für Veränderungen so wichtig wie jetzt.

Heilen mit der Kraft der Natur

Ein leidenschaftliches Plädoyer für eine modere Naturheilkunde

Prof. Dr. Andreas Michalsen

Warum empfehle ich ein Buch über Naturheilkunde, wenn ich mich üblicherweise mit den Themen Management und Führung auseinandersetze. Diese Frage ist sicherlich berechtigt. Die Antwort wird aber schnell klar, wenn man die ersten Seiten des Buches von Prof. Michaelsen gelesen hat.

Dem Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité in Berlin geht es darum, traditionelle Heilmethoden und moderne Medizin zusammen zu bringen. „Wir suchen nach den Wurzeln der Gesundheit und den Widerstandskräften, nicht nach den Krankheiten,“ ist eine zentrale Aussage in seinem Buch. Da fällt einem sofort der Begriff „Resilienzstärkung“ im Zusammenhang mit Unternehmen ein und dieser Zusammenhang hat mich an diesem Buch besonders angesprochen. Michaelsen setzt stark auf Prophylaxe, Stärkung des Immunsystems und Selbstheilungskräfte. Dieser Ansatz deckt sich mit meinen Vorstellungen von einer ganzheitlichen Begleitung von Unternehmen und deren Führungskräften. Auch hier geht es darum, die Risiken zu minimieren, Kompetenzen zu stärken und die Eigenverantwortung zu fördern.

Die konventionelle Medizin eliminiert Krankhaftes von außen, die Naturheilkunde will den Organismus anregen, seine Gesundheit aus eigener Kraft wiederzuerlangen.
Prof. Andreas Michaelsen

Gesundheit entsteht aus dem Zusammenspiel von Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit. Je stärker die Schnittmenge dieser Faktoren ist, desto stabiler die Gesundheit. Auch diese These finde ich in der nachhaltigen Führung von Unternehmen wieder. Mitarbeiter wollen verstehen, worum es bei ihrer Arbeit geht, sie soll für sie praktikabel sein und die Frage nach der Sinnhaftigkeit ist für sie ebenfalls unverzichtbar.

Michaelsen erläutert in seinem Buch sehr anschaulich, was zu einer gesunden Lebensführung gehört und belegt dies mit vielen Studien. Ernährung, Fasten, Bewegung, Meditation und Strategien für ein gesundes Leben sind seine Themen. Zudem teilt er auch seine persönlichen Erfahrungen mit wie z. B. mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, täglich ein paar Minuten Yoga und ein Stehtisch im Büro.

Wodurch unterscheidet sich dieses Buch von der Vielzahl an Ratgeberbüchern, werden Sie sich fragen. Es ist der ganzheitliche Ansatz, der in leicht verständlicher Form darlegt, wie wir uns in der modernen Welt gesund halten können. Das Buch zeigt auf, dass wir selbst Verantwortung für unsere Gesundheit übernehmen müssen und gibt hilfreiche Anregungen dazu. Mir persönlich hat es geholfen, vieles, was ich bereits wusste aus einer anderen Perspektive zu sehen, neue Impulse zu erhalten und leicht nachvollziehbare Hinweise zur Stärkung meiner Gesundheit zu bekommen.

Ich empfehle das Buch all denen, die sich wieder mehr Zeit für sich und ihre Gesundheit nehmen wollen und diese nicht ausschließlich an Ärzte und die Pharmaindustrie delegieren. Es hilft, das eigene Verständnis von Gesundheit zu hinterfragen. Wer auf der Suche nach der Frage: „Was hält mich und mein Unternehmen gesund?“ findet dazu viele Anregungen.

Otto Scharmer Theorie U

Von der Zukunft her führen

Schon der Anblick des Buchdeckels macht neugierig. Scharmer kündigt Presencing als neue Technik an und verbindet dies mit der Öffnung des Denkens, Fühlens und Willens. Geht es hier wirklich um Management und Führung, habe ich mich im ersten Moment gefragt. Diese Frage wurde mir jedoch schon beim Blick ins Inhaltsverzeichnis des Buches mit einem klaren „ja“ beantwortet.

Vorab sei festgestellt: Scharmer hat ausgiebig recherchiert, bevor er sein Buch veröffentlicht hat. Es zeichnet sich durch eine gute Mischung von persönlichen Erfahrungen, Gesprächen mit Experten und Beispielen aus der Praxis aus. So wird aus der über 500 Seiten starken Lektüre ein Buch, dass mich immer wieder mitgerissen hat und immer aufs Neue gefesselt hat. Glossar, Literatur- und Stichwortverzeichnis am Buchende unterstreichen die Wertigkeit des Buches, das sich deutlich von der oberflächlichen Massenliteratur vieler Managementautoren abhebt.

Ich bin direkt zum Beginn des Buches auf die entscheidende Frage gestoßen, deren Beantwortung sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch zieht: Wie können wir aus der im Entstehen begriffenen Zukunft heraus handeln? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, geht es zunächst einmal darum, sich zu fragen wer wir sind, wozu wir hier sind und was wir hier wirklich erreichen wollen. Scharner empfiehlt, innezuhalten, Gewohnheitsmuster zu hinterfragen und Intuition und Inspiration mehr Raum zu geben. Nur so können wir neue Methoden entwickeln, die uns helfen, die komplexen Probleme unserer Zeit zu lösen.

Wie ein Mantra weist Scharmer immer wieder darauf hin, dass sich die Zukunft nicht mehr aus der Vergangenheit ableiten lässt. Es gilt sie neu zu entdecken und zwar gemeinsam mit anderen. Hier stellt der Autor einen Veränderungsprozess vor, der mit dem bewussten Innehalten beginnt und der Entwicklung eines Prototyps, der das Neue beinhaltet endet. Wichtiger Bestandteil dieses Prozesses ist das Presencing, das Verbinden mit der inneren Quelle – dem, was mir wirklich wichtig ist. Dazu ist der bewusste Rückzug in die Stille erforderlich und der Abstand von der betriebsamen Hektik des Alltags. An dieser Stelle habe ich eine große Übereinstimmung mit meiner Arbeitsweise erkannt, was mir das Buch noch nähergebracht hat.

Die im Entstehen begriffene Zukunft kann erst dann beginnen, Form anzunehmen und ankünftig zu werden, wenn wir die Angst, ins Unbekannte zu treten, überwinden können.
Otto Scharmer

Scharmer gibt keine Antworten auf Zukunftsfragen. Er stellt einen Prozess vor, der es jedem, ob allein, als Team oder Unternehmen ermöglicht, die eigene Zukunft zu gestalten. Aus der Zukunft handeln bedeutet für ihn, sich durch etwas angezogen fühlen, was sich dann verdichtet – Gedanken werden zu Materie.

Ich empfehle das Buch allen, die sich mit der Zukunft auseinandersetzen und den anstehenden Wandel aktiv gestalten wollen. Das Buch erfordert Zeit und Muße. Es regt zu einer Positionsbestimmung an und macht deutlich, wie wichtig es wird, Zukunft als einen andauernden Prozess zu sehen, der uns zu verantwortlichem Handeln ermutigt.

Christoph Kucklick – Die granulare Gesellschaft

Wie das Digitale unsere Wirklichkeit auflöst.

Christoph Kucklick ist Soziologe und Chefredakteur von Geo. In seinem Buch zeigt er umfassend die Folgen der Digitalisierung auf. Dabei stellt er deren Einflüsse auf die Gesellschaft in den Vordergrund. Die digitale Macht besteht darin, einzelne Bürger oder Konsumenten zu singularisieren und gezielt zu beeinflussen. Diese zunehmende Singularisierung führt seiner Meinung nach zu einer Abnahme der Solidarität. Der Mensch entwickelt sich zu einer unverwechselbaren Marke und beschäftigt sich intensiv damit, sich ständig aus der Masse heraus zu heben – ohne Rücksichtnahme auf andere.

Ausführlich beschäftigt er sich mit der Frage, welche Folgen der zunehmende Einsatz von Robotern und das Ersetzen menschlicher Tätigkeiten durch Maschinen und Automaten hat. Zukünftig werden wir immer häufiger mit Robotern zusammenarbeiten und sie als „Kollegen“ akzeptieren. Aufgaben, die eine hohe Zuverlässigkeit verlangen, werden dann nur noch von Maschinen erfüllt.

Deutlich macht er auch, wie intensiv Unternehmen daran arbeiten, unser Verhalten voraus zu sagen, um schon heute das erzeugen, was wir morgen kaufen werden. Durch unsere intensive Internetnutzung versorgen wir sie mit den entsprechenden Daten und sorgen so dafür, dass diese Voraussagen immer präziser werden. Unternehmen wissen oft mehr über unser Verhalten, als wir selbst.

Am Beispiel der selbstfahrenden Autos erläutert er, warum unsere Institutionen mit dieser Veränderung überfordert sind. Da es kaum noch möglich ist, zukünftige Entwicklungen zu prognostizieren, können auch keine Regeln entwickelt werden, die zukünftigem Verhalten einen Rahmen geben. Sie werden dann erst im Nachhinein festgelegt. So kann es sein, dass wir morgen für eine Handlung bestraft werden, von der wir zur Tatzeit noch nicht wussten, dass sie strafbar ist.

Erfolg bekommt für den Autor auch eine weitere Bedeutung. Schnelles Reagieren auf die Umwelt im Vertrauen auf die eigene Intuition, kontinuierliche Anpassung statt langfristiges Planen, ist seine Empfehlung. Dazu gehört auch, das Scheitern in Kauf zu nehmen – es als normal und nicht als Ausnahme zu betrachten. So lernen wir, immer wieder ein anderer zu sein, ohne uns dabei selbst zu verlieren.

Scheitern ist keine Niederlage, sondern Vorbereitung auf den Sieg.
Christop Kucklick

Kucklick schließt mit einem nachdenklichen Ausblick. „Der granulare Mensch wird spielend experimentieren, um die Maschinen zu begreifen. Er wird voll Empathie sein, um die Differenzen zu anderen zu überbrücken. Und er wird launisch sein und unberechenbar, um die Mechanismen der gesellschaftlichen Kontrolle nach Kräften zu unterlaufen.“

Ich empfehle das Buch besonders denjenigen, die sich mit dem Thema Digitalisierung unter dem Aspekt deren gesellschaftlicher Auswirkungen beschäftigen wollen. Mir hat es gezeigt, wie weitreichend diese sind und dies mit dem Wissen, dass der Autor nur wenige Aspekte der ganzen Entwicklung aufgezeigt hat.

Frederic Laloux – Reinventing Organizations

Ein Leitfaden zur Gestaltung sinnstiftender Formen der Zusammenarbeit

Zwei Themen ziehen sich wie ein roter Faden durch dieses Buch: Sinnstiftung und Selbstorganisation. Je tiefer ich in das Buch eingestiegen bin, desto deutlicher wurde mir, dass es sich hierbei um zwei Seiten einer Medaille handelt. Frederic Laloux stellt damit die Managementlehren der letzten 50 Jahre in Frage und verwirrt mit seinen Erfahrungen sicherlich manche Führungskraft. Dabei bleibt er nicht in der Theorie. Er zeigt anhand konkreter Beispiele aus der Praxis, wie Sinnstiftung in der Umsetzung funktioniert und gibt den erfolgreichen Unternehmern in seinem Buch breiten Raum für die Darlegung ihrer Erfolgsprinzipien.

Zum Verständnis des Buches trägt die geschichtliche Entwicklung der Unternehmensorganisation dar. Laloux zeigt auf, wie sich Organisationen von einer auf Macht und Gehorsam aufbauenden Organisationsform im Verlauf der Geschichte zu evolutionären Organisationen wandeln. In der Gegenwart, so stellt er fest, stecken Unternehmen in unterschiedlichen Phasen dieser Entwicklung.  Dies führt zu unterschiedlichen Wertvorstellungen und erschwert sicherlich die Zusammenarbeit.

Mich haben die Schilderungen über die Unternehmen besonders angesprochen, die auf eine integrale, evolutionäre Organisationsform aufgebaut sind. Um diese Stufe zu erreichen, ist so Laloux, die Überwindung der Identifikation mit dem eigenen Ego eine wichtige Voraussetzung. Dies führt zu einer anderen Machtverteilung, baut Hierarchien ab und verändert grundlegend die Strukturen in Unternehmen. In sich selbstorganisierenden Teams werden Budgets, Zielvorgaben, Boni, Organigramme, Stellenbeschreibungen und zentrale Vorgaben nicht mehr benötigt. Stattdessen gibt es Rollen, die sich bedarfsgerecht entwickeln und nach Vorlieben ausgefüllt werden, interne Berater, Entscheidungsprozesse, die allen Mitarbeiter die Möglichkeit geben, ihre Ideen umzusetzen, selbst festgelegte Gehälter, Dezentralisierung, unbegrenzt bezahlten Urlaub und weit mehr, das der klassischen Unternehmensführung widerspricht.

Der Kontext und der Sinn bestimmen die Kultur, die in einer Organisation nötig ist.
Frederic Laloux

Nicht überrascht hat mich der Hinweis an die Mitarbeiter, auf die Notwendigkeit, regelmäßig Zeiten der Stille und Reflektion zu erfahren, um den Geist zu beruhigen und die Wahrheit in sich selbst zu entdecken.

Ich bin gespannt, wie dieses Buch auf Manager und traditionelle Führungskräfte wirkt. Sie können die Wandlung zu mehr Sinnstiftung in ihren Unternehmen aktiv gestalten, aber eben auch restriktiv verhindern. Die Wandlung muss mit der Überwindung des vom Ego gesteuerten Führungsverhaltens hin zu einer unterstützenden, begleitenden Funktion einhergehen – sonst funktioniert sie nicht. Macht, Status und Position haben dann keine Bedeutung mehr. Es geht letztendlich um die Antwort auf eine wesentliche Frage: Welchen Beitrag leistet jeder einzelne mit seinen Fähigkeiten und Talenten zur Entwicklung des Ganzen, statt zu seiner eigenen – die geschieht dann wie von selbst.

Ich empfehle das Buch jedem, der auf der Suche nach Veränderung ist und mehr und mehr spürt, dass er in Unternehmen mit Hierarchien und Regulierungen immer unwirksamer wird.

Der Inhalt des Buches wird Thema eines der nächsten Salongespräche. Lassen Sie es mich wissen, wenn Sie daran teilnehmen möchten.

 

Reinhard K. Sprenger – Das anständige Unternehmen

Was richtige Führung ausmacht – und was sie weglässt.

Wieder mal ein echter Sprenger wird man sagen, wenn man sein Buch vom anständigen Unternehmen gelesen hat. Das Prinzip, jeder ist zunächst einmal für sich selbst verantwortlich, liegt wie eine Blaupause unter jeder Seite in diesem Buch. Sprenger geißelt die Zudringlichkeit, die sich nach seinen Beobachtungen in immer mehr Unternehmen breitmacht. Feedbackgespräche, anonyme Mitarbeiterbefragungen, Rankings, Frauenförderung, das Einklagen von Authentizität, Transparenz und Identifikation sind deren Folge und greifen immer weiter um sich, werden gar zum festen Bestandteil der Unternehmenskultur. Sie führen dazu, das wichtige Existenzkriterien eines Unternehmens vernachlässigt werden: Sinn und Zweck des Unternehmens, die Qualität der Produkte und Dienstleistungen und letztendlich die Zufriedenheit der Kunden.

Sprenger spricht fehlgeleitete Führungskräfte an und zeigt ungeschminkt und unmissverständlich die Folgen von wohlgemeintem, aber unanständigem Führungsverhalten auf. Anstand beinhaltet Verantwortung zu übernehmen, ist sein Credo. Es ist die Aufgabe von Führung, Mitarbeiter darin zu stärken und sie nicht durch übertriebene Zudringlichkeiten zu schwächen, gar zu entmündigen. Er deklariert Führung demzufolge als eine Haltung und stellt sie dem Management gegenüber, das er als Handwerk bezeichnet. Er fordert Führungskräfte auf, ihre Emotionen zur reflektieren, ihr Ego zu zügeln und sich im Griff zu haben.

Er grenzt sich klar vom Shareholder getriebenen Management ab und sieht Umsatz und Profit nicht als Ziele, sondern als Folge von unternehmerischem Handeln an.

Aufgeschreckt hat mich seine Kritik an dem Credo „Wertschöpfung durch Wertschätzung“, das derzeit viele Debatten über Ethik und Moral im Management beflügelt. Ein Erwachsener lässt sich weder Werte vorschreiben, noch vorleben. Wertschätzung ist, nach seiner Auffassung, ein durch Anstrengung erworbenes Gut. Wertschätzung kann man nicht einfordern, man kann aber überlegen, welches Verhalten zu mehr Wertschätzung führt.

Mit seiner These: Lassen ist das neue Tun, schließt er sein Buch ab. Dabei geht es darum, öfter mal zu überlegen, Dinge nicht mehr zu tun oder erst gar nicht einzuführen. Übles zu beseitigen hat oft eine größere Wirkung, als Gutes zu tun. Ein Ansatz, der meines Erachtens nicht nur im Kontext von Unternehmertum zum Nachdenken anregt.

Fazit:
Ich empfehle dieses Buch zur Reflektion des eigenes Führungsverhalten. Es grenzt sich deutlich vom Mainstream ab, der derzeit die Management-Literatur bestimmt. Es dient der Orientierung und inspiriert diejenigen, die ihr Unternehmen auf Kurs bringen wollen: Weg von der Beschäftigung mit sich selbst, hin zum Sinn des Unternehmens – seiner Daseinsberechtigung und seinen Kunden.

 

 

 

Leonardo Boff – Überlebenswichtig

Warum wir einen Kurswechsel zu echter Nachhaltigkeit brauchen

Leonardo Boff zeigt in seinem Buch den Zustand der Erde auf. Er blickt in deren Entstehungsgeschichte zurück und stellt sehr deutlich die Folgen der Eingriffe des Menschen in den letzten Jahrzehnten dar.  Dabei bezieht er sich immer wieder auf die Enzyklika Laudato si von Papst Franziskus. Besonders beeindruckt hat mich die Darstellung der Gaia Theorie, die die Erde als einen lebendigen Organismus beschreibt, der ständig nach Erneuerung und Anpassung strebt, dabei aber lebensnotwendige Funktionen aufrechterhält. Das Buch ist meines Erachtens als Aufruf zu einer anderen Einstellung zum Konsum und zum Umgang untereinander zu verstehen. Es zeigt deutlich auf, welche Möglichkeit wir haben, die Erde auch für kommenden Generationen lebenswert zu erhalten.

 

Michael Winterhoff – Mythos Überforderung

Was wir gewinnen, wenn wir uns erwachsen verhalten

„Wir sind überlastet, erschöpft und fertig, weil unser Umfeld es von uns verlangt. Wir können uns nicht in Ruhe auf eine Aufgabe konzentrieren, sondern müssen auf vielen Hochzeiten gleichzeitig tanzen, uns werden keine Ruhepausen mehr zugestanden, und all das sollen wir auch noch unter enormem Zeitdruck bewältigen.“

Michael Winterhoff analysiert schonungslos unsere Gesellschaft. Dauerstress, Erschöpfung, Termindruck, ständige Erreichbarkeit und eine Flut an Informationen schränken unsere Lebensqualität erheblich ein. Eine diffuse Angst breitet sich seiner Meinung nach aus, die uns mehr und mehr lähmt und die Freiheit nimmt. In diesem Buch hält uns der Autor den Spiegel vor, zeigt aber auch Lösungsansätze auf. Seine zentrale Botschaft lautet: Raus aus der Opferrolle, Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen.

 

Bodo Janssen – Die stille Revolution

Führen mit Sinn und Menschlichkeit

Bodo Janssen zeigt in seinem Buch wichtige Etappen in seinem persönlichen Leben, wie auch in seinem Leben als Unternehmer auf. Ungewöhnlich offen gibt er seinen Lesern einen Einblick in seine Gefühle, seine Krisen und seine Erfolge. Dabei spart er nicht mit Selbstkritik. Er zeigt, wie er sich von einem gewinnorientierten Manager zu einem werteorientierten Unternehmer gewandelt hat und welchen Einfluss seine Entführung auf sein heutiges Leben hat. Seine anschaulich erzählten Geschichten aus seinem Unternehmensalltag verdeutlichen seine Vision: Ihm liegt das Glück seiner Mitmenschen am Herzen und er möchte als Mensch und als Unternehmer dazu einen Beitrag leisten.

Seit über 10 Jahren begleite ich Bodo Janssen und die Upstalsboom Hotels in unterschiedlichen Rollen. Das Buch hat mir Einblicke eröffnet, die mir bisher nicht bewusst waren und dabei geholfen, seinen persönlichen Weg besser zu verstehen. Ich habe die Veränderungen als Entwicklung und Reifung empfunden. Es ging darum, sich mehr den Mitarbeitern zu widmen und ihnen mit Respekt und Wertschätzung entgegen zu treten, Verantwortung zu übertragen und sie für ihre neuen und zukünftigen Aufgaben zu befähigen.

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