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Impulse, Gedanken und Beispiele für ein anderes Leben in einer komplexen Welt.
Digitalisierung und ihre Folgen
20
Jun

Chancen und Risiken der Digitalisierung

Als ich vor einigen Wochen erläuterte, Digitalisierung zum nächsten Thema unseres Salongespräches zu machen, stieß ich bei einigen auf große Ablehnung. „Nicht schon wieder…“, war noch eine harmlose Reaktion, oder: „Ich will nichts mehr davon hören,“ eine andere.

Digitalisierung wird unterschiedlich gesehen

Dennoch traf sich eine kleine Runde von Interessenten, die in erster Linie daran interessiert waren, Erfahrungen und Meinungen anderer zu diesem Thema zu hören und ihre eigenen Erfahrungen mitzuteilen. Nachdem wir einige Wochen zuvor in einem Salongespräch über die Folgen der sozialen Medien gesprochen hatten, wurde auch jetzt wieder sehr schnell deutlich, wie unterschiedlich einzelne die Digitalisierung sehen. So gab es Verweigerer, die versuchen, ein rein analoges Leben zu führen, Wissenschaftler, die die schier unbegrenzten Möglichkeiten der Digitalisierung nutzbar machen wollen und die digitalen Freaks, für die schon das Anschalten des Lichts mit einem Lichtschalter Anachronismus bedeutet.

Die Entwicklung von Zukunftsstrategien wird schwieriger

Zu Beginn unseres Gespräches wurde deutlich, dass es kein einheitliches Verständnis über die Bedeutung des Begriffes Digitalisierung gibt. Klar war allen, dass es sich hier nicht um eine Welle handelt, die in einigen Jahren wieder abebbt, sondern um eine Entwicklung, die zu nachhaltigen Veränderungen in Unternehmen und in der Gesellschaft führt, deren Folgen wir derzeit noch nicht absehen können. Das macht es schwierig, eine Strategie und ein Zukunftsbild zu entwickeln, weil dies morgen schon wieder durch neue Entwicklungen ad absurdum geführt werden kann.

Digitalisierung braucht das richtige Maß

Besonders nachdenklich hat mich die Schilderung der anwesenden Unternehmer gemacht, die digitale Techniken und Automatisierung anbieten. Sie erläuterten ein typisches Kundenverhalten. Zu Beginn ist die Kundenanforderungen am besten alles zu digitalisieren, was möglich ist. Dann geht es erstmal darum, zu klären, was sinnvoll ist. Lässt sich der Kunden nicht von seinen extremen Wünschen abbringen, wird für viel Geld eine aufwendige digitale Struktur aufgebaut. Diese wird dann jedoch kaum genutzt, weil sie zu kompliziert ist und der erforderliche Einarbeitungsaufwand nicht erbracht werden will. Schließlich sollte doch alles einfacher werden. Nun ist die Enttäuschung groß, weil einfache Handgriffe, die man vorher selbst erledigen konnte, jetzt einen Blick ins Handbuch oder die Unterstützung eines Experten erfordern.

Der Generation der älteren Gesprächsteilnehmer wurde deutlich, dass das Internet für jüngere Menschen so selbstverständlich ist, wie für sie Wasser und Strom. Es ist einfach immer da und wenn es mal zu einem Ausfall kommt, können panikartige Zustände entstehen.

Die Chancen sind vielfältig

Breiten Raum haben die Chancen die Internets eingenommen, die heute auch in der Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern und Kunden zu großen Veränderungen führen. Der „Prosumer“, der sowohl als Verbraucher und auch als Produzent mit seinem Wissen, auftritt, verändert die klassischen Kunden-Mitarbeiter-Beziehungen. Internet-Plattformen werden zu rentablen Unternehmen, indem sie lediglich dafür sorgen, dass Anbieter und Nachfrager zusammentreffen und ihre Geschäfte abwickeln. Mitarbeiter arbeiten raum- und zeitübergreifend in virtuellen Räumen kollaborierend zusammen und die Automatisierung führt zu menschenleeren Fabriken in denen Roboter die Arbeit erledigen.

Wie vermitteln wir digitale Kompetenz?

Einige Risiken wurden jedoch auch benannt. Insbesondere auf den Einfluss der sozialen Medien auf junge Menschen wurde von denjenigen, die jugendliche Kinder haben, hingewiesen. Die Gesellschaft ist offensichtlich noch nicht darauf vorbereitet, jungen Menschen digitale Kompetenz zu vermitteln. Schulen und Eltern sind überfordert. Selbst wenn die Mittel zur Verfügung stehen, werden sie nicht abgerufen, weil es an Lehrern und an Zeit fehlt, um die Fähigkeiten zu vermitteln.

Fazit

Wir haben mal wieder ein intensives Salongespräch mit vielen unterschiedlichen Ansichten und Meinungen erlebt. Deutlich wurde zum Schluss, dass jeder gefordert ist, für sich eine Haltung zur und einen Umgang mit der Digitalisierung zu entwickelt, die ihm einerseits deren Chancen ermöglicht, andererseits aber auch vor Risiken schützt. Um dies zu erreichen ist es wichtig, sich selbst weiter zu bilden, Gespräche zu führen und von Erfahrungen anderer zu profitieren. Dieser Erfahrungsaustausch kann meines Erachtens nur bedingt im Internet stattfinden. Dazu ist die persönliche Begegnung wichtig, wie wir sie im Salongespräch ermöglichen.

Bei der abschließenden Gongmediation gab es Gelegenheit, die Gedanken zu beruhigen und sich anschließend entspannt auf den Heimweg zu machen.

 

 

2 Kommentare

  1. Zu. diesem spannenden Thema lese ich gerade dss Buch ” Jäger, Hirten, Kritiker” von R. D. Precht.
    Mir wurde ganz anders. Das Tema greift tief in die Frage ein: ” wer in 10 Jahren noch Arbeit hat.

    1. Franz-Josef König

      Nun ist Precht ein Autor, der oft mit der Angst arbeitet und häufig ein düsteres Zukunftsbild zeichnet. Wir müssen uns informieren, Sorgfalt walten lassen und Verantwortung für unser Tun übernehmen. Keiner kann letztendlich heute sagen, wie sich die Arbeitswelt entwickeln wird.

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