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Aktuelles

Impulse, Gedanken und Beispiele für ein anderes Leben in einer komplexen Welt.
Ein Mann mit Fragezeichen und den Begriffen Coach, Supervision, Training, Beratung, Therapie
28
Dez

Coach, Supervisor, Trainer, Berater oder Therapeut

Was sind die Unterschiede und wer hilft wann am besten?

Für den Laien ist es kaum möglich, zwischen diesen unterschiedlichen Methoden zu unterscheiden, wenn er einen guten Coach sucht. Wenn er vor der Wahl steht und sich entscheiden muss, fehlt ihm das Hintergrundwissen. Franz-Josef König erläutert in seinem Blogbeitrag, worin sich die Methoden unterscheiden. Sein Beispiel aus der Praxis hilft dabei, eine Entscheidung zu treffen.

Das Bedürfnis nach Begleitung und Unterstützung bei beruflichen und persönlichen Lebensfragen scheint ungebrochen. Nicht nur die Ratgeberliteratur erzeugt ständig neue Bestseller, auch der Beratermarkt wächst und differenziert sich immer weiter. Dabei stellt sich manch einem die Frage: „Was ist das Beste für mich?“ Die Recherche nach einem Coach im Internet ist meist keine große Hilfe. Wer selbst die Ursache für die ungeklärte eigene Situation nicht kennt, weiß nicht wonach er suchen soll. So verunsichert die unüberschaubare Zahl an Coaches, anstatt bei der Entscheidung zu helfen.

Orientierung bei der Entscheidungsfindung

Mit meinem Blogbeitrag möchte ich als Coach ein Stück zur Aufklärung beitragen und Orientierung bei der Entscheidungsfindung geben. Worin unterscheiden sich Coaching, Supervision, Training, Beratung und Therapie? Was hilft wann am besten? Worin liegen die Gemeinsamkeiten, worin die Wirkungen dieser Methoden?

Um die Unterschiede deutlich zu machen, wähle ich ein Fallbeispiel aus meinem Arbeitsumfeld. Ein junger Mann, nennen wie in Timo, steht vor der Aufgabe, einem wichtigen Zuhörerkreis seine Unternehmensstrategie zu präsentieren. Er befürchtet jedoch zu scheitern und sucht Hilfe bei der Vorbereitung. Wie kann ihm ein Coach, eine Supervision, ein Trainer, ein Berater oder eine Therapie helfen?

Ein Coach gibt Hilfe zur Selbsthilfe

In der Rolle des Coach kläre ich zunächst einmal seine Motivation und warum die Präsentation so wichtig für ihn ist. Gemeinsam beginnen wir die Vorbereitung, überarbeiten sein Konzept, klären Unsicherheiten und stellen das Ziel der Präsentation in den Mittelpunkt. Wir wechseln die Perspektive und versetzen uns in die Rolle der Zuhörer. „Welche Erwartungen haben sie und wie werden diese erfüllt?“ Ein Coach gibt Hilfe zur Selbsthilfe. Timo braucht Sicherheit. Sein Selbstbewusstsein wird gestärkt. Er verliert seine Angst, verbessert sein Auftreten und tritt selbstsicher und mit Überzeugung auf.

Supervision arbeitet Vergangenes auf

In der Supervision schauen wir zurück und konzentrieren uns auf Timos letzte Präsentationen. Woher kommt seine Angst vor dem Scheitern? Wann hat er ein Scheitern erlebt? Was würde er heute anders machen? Wir nehmen uns eine Präsentation vor, in der er gescheitert ist. Wir arbeiten sie Schritt für Schritt auf. So gehen wir der Ursache des Scheiterns auf den Grund.  Timo erkennt, worauf er zukünftig achten muss, um ein erneutes Scheitern zu verhindern. Im Gegensatz zum Coach orientiert sich die Supervision an dem, was passiert ist. Hier werden persönliche Erlebnisse aufgearbeitet, Fehlverhalten analysiert, um daraufhin andere Verhaltensweise zu praktizieren.

Drei Menschen im intensiven Gespräch

Franz-Josef König im Team-Coaching,

Training erweitert die Kompetenz

Beim Training wird ein Verhalten, eine Vorgehensweise oder eine Methode vermittelt oder verbessert. Im Gegensatz zur Supervision und zum Coach geht es dabei nur oberflächlich um individuelle Problemstellungen. Beim Training lernt Timo, wie er eine Präsentation fachgerecht vorbereitet, durchführt und nachbereitet. Präsentationstechniken werden ebenso vermittelt, wie rhetorische Elemente und die Dramaturgie einer erfolgreichen Präsentation. Timo kann seine Kenntnisse in PowerPoint erweitern und lernt von anderen, die an dem Training teilnehmen. In einem Rollenspiel kann er Neues ausprobieren und Feedback für seinen Vortrag erhalten.

Beratung zeichnet sich durch hohen Sachverstand aus

In der Beratung wird Rat gegeben. Berater zeichnen sich durch einen besonderen Sachverstand in dem Themenbereich aus, in dem sie beraten. Mehr als der Coach sind Berater daran interessiert, aktuelles, vollständiges und richtiges Fachwissen zu vermitteln. Timo hat wenig Einfluss auf das, was der Berater vermittelt. Er legt Timo dar, worauf es bei einer guten Präsentation ankommt. Möglicherweise bekommt er eine Checkliste, um sich gut vorzubereiten. Timo entscheidet, inwieweit er den Vorschlägen des Beraters folgt. Die Beratung ist abgeschlossen, wenn der Berater sein Konzept vermittelt hat und Timo keine Fragen mehr hat. Eine individuelle Unterstützung, wie beim Coach oder in der Supervision, findet nur sehr begrenzt statt.

Eine Therapie greift in die Persönlichkeit ein

Eine Therapie stellt meist einen tieferen Eingriff in die Persönlichkeit dar. Therapeuten müssen eine anerkannte Qualifizierung nachweisen, um tätig werden zu können. Für alle, die diese nicht haben, gilt es, die Grenze beim Coaching, der Supervision und der Beratung zur Therapie zu respektieren und sie nicht zu überschreiten. Für Timo kommt eine Therapie in Frage, wenn er generell Angst hat, vor Menschen zu sprechen und er das Gefühl hat, dass diese Angst zunimmt und sein Leben beeinträchtigt. Ein Therapeut wird mit Timo nicht wie z. B. der Coach an der Verbesserung seiner Präsentation arbeiten. Er wird den Ängsten auf den Grund gehen und klären, was deren Auslöser sind. Wenn die Auslöser gefunden worden sind, wird er mit Timo daran arbeiten, die Ängste zu entkräften. Dies wird Timo auch in Präsentationen helfen. Eine Therapie dauert länger als die anderen hier vorgestellten Methoden.

Was ist das Beste?

Auf diese Frage kann es keine pauschale Antwort geben. Es hängt von der Situation, den Vorstellungen und Erfahrungen des Klienten ab. Es kann auch sein, dass man mit einer Methode beginnt und dann wechselt, weil man merkt, dass man sonst nicht weiterkommt. Eine klare Trennung zwischen den einzelnen Methoden gibt es nicht. Ich wechsele als Coach gerne auch mal, wenn es die Situation verlangt, mache dies aber transparent. Dabei achte ich auf die Grenze zur Therapie.

Sollten Sie in einer Situation sein, in der Sie Unterstützung benötigen, lassen Sie sich Zeit bei der Auswahl einer Person. Vertrauen spielt dabei eine große Rolle, ebenso wie die Kompetenz des Coaches. Lernen Sie den Menschen erst einmal kennen, bevor Sie mit ihm eine Zusammenarbeit beginnen.

Worauf Sie achten sollten, wenn Sie einen geeigneten Coach suchen und warum Sympathie dabei er schädlich ist, erläutere ich in meinem nächsten Blog: „Woran erkenne ich einen guten Coach?“


Franz-Josef König ist Zukunftsgestalter für Menschen in Unternehmen. Er gilt als anerkannter systemischer Coach und hat viele Erfahrungen im Team-Coaching gesammelt. Bei seinem Coaching setzt er auch Klänge, Meditationen und Zeiten der Stille ein. Sein Büro befindet sich im Dreikönigenhaus in Koblenz.

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