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Impulse, Gedanken und Beispiele für ein anderes Leben in einer komplexen Welt.
27
Mai

Wie die Digitale Kommunikation die Unternehmenskultur verändert

Die digitale Kommunikation erobert mit zunehmender Geschwindigkeit unseren Alltag und bestimmt mehr und mehr unser Zusammenleben und unsere weitere Entwicklung. Dies macht auch nicht vor Unternehmen halt. Diejenigen, die sich hier passiv und abwartend verhalten geraten schnell ins Abseits oder sogar in Abhängigkeit anderer. In der Hotellerie beobachte ich seit einiger Zeit, wie die global agierenden Online Travel Agencies (OTA) mehr und mehr den Vertrieb der Hotels übernehmen und deren Konditionen bestimmen.

Die digitale Reife eines Unternehmens ist zum wichtigen Erfolgskriterium im Wettbewerb um Kunden und Mitarbeiter geworden. Während viele Unternehmen noch an der Optimierung ihrer klassischen Produktions- und Arbeitsweisen arbeiten (z. B. Autoindustrie), nutzen die Innovatoren die Chancen der Digitalisierung, erobern neue Märkte und verdrängen die Traditionsunternehmen.

Digitale Kommunikation erfordert eine Kultur der Offenheit

Organisationen sind kulturell jedoch kaum auf die digitale Transformation eingestellt. Um den digitalen Wandel mental in der eigenen Organisation zu verankern, fehlen vielen Unternehmen die kulturellen Voraussetzungen. So gaben 41 Prozent der befragten Führungskräfte an, dass die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur bei der Digitalisierung an erster Stelle stehen muss. (Quelle: HR-Report 2015/2016 des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) und des Personaldienstleisters Hays)

Oft gibt es Reibungspunkte zwischen den kulturellen Anforderungen von digitaler Kommunikation und der im Unternehmen vorhandenen Kultur. Nur Unternehmen, die eine offene und vernetzte Unternehmenskultur leben, sind in der Lage, eine digitale Kultur zu entwickeln. Unternehmen, die von einer hierarchischen, funktionsgetriebenen Kultur geprägt sind, sind dazu kaum fähig. Noch nie war jedoch für den Erfolg eines Unternehmens die Unternehmenskultur so mitentscheidend, wie im Zeitalter der Digitalisierung.

Viele Unternehmer haben das strategische Potential der Digitalisierung noch nicht erkannt.
Franz-Josef König

Das Unternehmen der Zukunft tickt anders

Ein zusätzlicher Schub kommt von den jungen Menschen in den Unternehmen. Mit ihrem Kommunikationsverhalten – immer online, immer auf Empfang, immer sendebereit, immer im Kontakt mit ihrem sozialen Netzwerk – beeinflussen sie zunehmend die Kommunikation im Unternehmen.  Sie kommunizieren oft außerhalb gewachsener Strukturen und orientieren sich nicht an Hierarchien und Regeln. Statt E-Mails oder langwierigen Sitzungen bevorzugen sie den direkten Kontakt und schnelle Entscheidungen. Diese Echtzeitkommunikation erfordert andere Hierarchien in den Unternehmen und eine andere Erreichbarkeit von Entscheidern.

Die mit dieser Entwicklung einhergehende Eigendynamik, die sich sehr schnell und vom Management zunächst unbemerkt im Unternehmen entwickelt, bedarf jedoch eines Rahmens. Eine digitale Strategie ist unverzichtbar, um den Prozess der Implementierung digitaler Kommunikation erfolgreich zu begleiten. Dazu wird eine Vorstellung von der Zukunft des Unternehmens  benötigt. Sie wird garantiert anders als die Gegenwart sein. Unternehmen werden mehr Netzwerke als Hierarchien sein, sie werden mehr durch eine agile Selbstorganisation als durch ein starres Berichts- und Vorlagewesen gekennzeichnet sein.

 

Offene Kommunikation fördert Vertrauen

Die Implementierung digitaler Kommunikation erfordert eine Auseinandersetzung mit den Werten. Dem Thema Vertrauen kommt in einer offenen Unternehmenskultur eine besondere Bedeutung zu: Je offener die Kommunikation, desto größer ist das signalisierte Vertrauen in die Mitarbeiter.

Digitale Kommunikation lässt sich nicht kontrollieren. Die Zeit der Kommunikation und Arbeit mit expliziten Anweisungen, die letztendlich die Produktivität der Mitarbeiter einschränken, sind damit endgültig vorbei. Um die Chancen der digitalen Kommunikation zu nutzen und um echte Wettbewerbsvorteile zu erzielen, muss sich die Führungskultur eines Unternehmens öffnen und dezentrale Selbststeuerung sowie Eigenverantwortung zulassen.

Es ist die Aufgabe der Führungskräfte, die Chancen der digitalen Kommunikation zu erkennen und sie für das Unternehmen zu nutzen. Die Mitarbeiter sind aufgefordert, ihre Einstellungen zu reflektieren und sich mit den Veränderungen offen und vorurteilsfrei auseinander zu setzen.

Die Veränderungen der Unternehmenskultur und die Implementierung einer digitalen Kommunikation verlaufen parallel. Beide Prozesse können sich verstärkend, aber auch schwächend aufeinander auswirken. Wichtig ist, ein angstfreies Klima zu erzeugen, in dem die Veränderung stattfinden kann. Führung bedeutet in diesem Zusammenhang Kulturarbeit im Sinne von hoher Achtsamkeit und Empathie.

1 Kommentar

  1. Die Digitalisierung erfordert eine aktive Auseinandersetzung mit der Zukunft. Dies gilt sowohl auf der persönlichen, wie auch auf der unternehmerischen Ebene. Die Frage „Wird es meinen Job in 5 Jahren noch geben?“ und die Frage, „Wird unser Unternehmen in 5 Jahren noch gebraucht,“ haben die gleiche Qualität.

    Eine kluge Strategie, die den Wandel als Chance begreift, hilft hier weiter. Wir gestalten unsere Zukunft selber und das sollte auch in einer digitalisierten Welt so bleiben.

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