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Warum achtsamer Konsum zu weniger Flüchtlingen führt.

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30
Jan

Warum achtsamer Konsum zu weniger Flüchtlingen führt.

Die Geschichte von Benjamin Asare

Benjamin Asare ist aus Ghana als Flüchtling nach Deutschland gekommen. Seine Geschichte macht mich nachdenklich. Vor einigen Jahren hat er noch zufrieden mit seiner Familie in Koluedor ca. 30 Kilometer von der Hauptstadt Accra entfernt gelebt. Er war Tomatenbauer und konnte von seinem Einkommen seine Familie gut ernähren. Doch dann hat sich alles geändert.

Handelsabkommen zerstören die einheimische Wirtschaft in den Entwicklungsländern

Nach dem EPA-Interimsabkommen ist Ghana seit 2007 verpflichtet, die Zölle für über 80 % der europäischen Importe bis zum Jahr 2023 auf null zu senken, für 70 % sogar schon bis 2018. Dies führte dazu, dass subventionierte Tomatenpaste aus der EU den Markt in Ghana überschwemmte. Die Preise sanken und Benjamin konnte nicht mehr mithalten. Zunächst senkte er auch die Preise seiner Tomaten und machte Schulden. Als er diese nicht mehr zurückzahlen konnte, verlor er sein Land und seinen Besitz. Er arbeitete zunächst als Tagelöhner. Als auch das nicht mehr reichte, nahm er sein letztes Geld, lieh sich fast 1000 USD von seiner Familie und machte sich als Flüchtling auf den Weg nach Europa. In Deutschland will er sich eine neue Existenz aufbauen und dann seine Familie nachkommen lassen.

Zusammengefasst: Ein kleiner funktionierender landwirtschaftlicher Betrieb in Afrika wird zerstört, weil wir Europäer unsere hochsubventionierte Überproduktion an Tomaten hier zu Billigpreisen auf den Markt bringen. Haben wir das nötig? Was können wir tun, um diese Entwicklung zu stoppen? Ist das das Ergebnis der vielgepriesenen Freihandelsabkommen?

Lässt sich Kinderarbeit wirklich nicht verhindern?

Heute las ich, dass in Afrika zwei Millionen Kinder auf Kakao-Plantagen schuften, die jüngsten sind gerade einmal 5 Jahre alt. Westafrikas Kakaobauern verdienen weniger als 2 € am Tag. Dafür können wir die Milka Schokolade für unter 1 € kaufen. Der Generaldirektor Operations von Nestlé, José Lopez erklärt, dass es nicht möglich ist, Kinderarbeit zu verhindern.

Mit unserem übersteigerten Konsum zerstören wir die Lebensgrundlage vieler Menschen in den Entwicklungsländern.

Warum wundern wir uns immer noch, dass so viele Menschen aus Afrika zu uns kommen. Was würdest du liebe Leserin, lieber Leser tun, wenn deine Existenzgrundlage zerstört wird? Bleibst du friedlich, wenn Menschen, denen es jetzt schon wesentlich besser geht als dir, ihren übersteigerten Konsum auf deine Kosten finanzieren.

Anders denken anders leben heißt für mich, keine Billigprodukte aus Entwicklungsländern mehr zu kaufen. Der Einkauf fair gehandelter Ware ist das Wenigste, was wir tun können. Handelsabkommen, die die Menschen in den Entwicklungsländern immer abhängiger von uns machen, müssen wir boykottieren. Menschen, die zu uns kommen, weil wir mit unserem Konsum ihre Existenz zerstören, verdienen es, zumindest mit Respekt behandelt zu werden. Sie haben das Recht, dass wir sie beim Aufbau einer neuen Existenz unterstützen.

Viel Glück und Erfolg Benjamin.

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