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17
Aug

Warum traditionelles Risikomanagement jetzt gefährlich ist

Unternehmenssicherung in Zeiten des Wandels

Risikomanagement gehört zum Pflichtprogramm jedes Unternehmers. Aufsichtsgremien, Kapitalgeber, Lieferanten, Geschäftspartner, Mitarbeiter – selbst der Staat verlangt, dass der Unternehmer potentielle Risiken, die die Existenz seines Unternehmens bedrohen identifiziert, analysiert und bewertet. Er soll Eintrittswahrscheinlichkeiten und mögliche Folgeschäden prognostizieren, sowie Maßnahmen zur Risikominimierung entwickeln und umsetzen. Viele verstehen darunter auch eine verschärfte Kontrolle und die Vermeidung von Fehlern. Ist diese Anforderungen aktuell gerechtfertigt? Sind Fehlervermeidung und Kontrolle noch angemessene Maßnahmen zur Vermeidung von Risiken?

Ich glaube nicht. Risikominimierung hat meiner Meinung nach in der aktuellen Zeit, die viele als unsicher und wechselhaft erleben, eine andere Aufgabe. Kontrolle und Null-Fehler-Strategie wirken meines Erachtens häufig sogar Risiko verstärkend. Wie komme ich zu dieser Einschätzung?

Alle Unternehmen sind vom Wandel betroffen

Kontrolle ist immer ein Soll-Ist-Vergleich. Das bedeutet, es gibt eine klare Vorstellung von einem Optimum. Bei einer Abweichung werden sofort Korrekturmaßnahmen in die Wege geleitet. Doch woher kommt diese Vorstellung von dem Optimum? Häufig handelt es sich dabei um eine Projektion einer Entwicklung aus der Vergangenheit in die Zukunft. Dann wird Kontrolle jedoch aus meiner Sicht gefährlich. Es wird wohl kaum ein Unternehmen geben, das in den nächsten Jahren nicht von einem tiefgreifenden Wandel betroffen ist. In der Fortschreibung der Vergangenheit besteht folglich das größte Risiko, das ein Unternehmen eingehen kann.

 

Fehler sind Lernchancen

Kontrolle macht nur dann Sinn, wenn es ein Bild von der Zukunft des Unternehmens gibt, was u. U. nur noch sehr wenig mit seiner Vergangenheit zu tun hat. Dann wird auch nicht ein Zustand, eine Momentaufnahme verglichen, sondern ein Weg. Bei diesem Ansatz geht es um die Frage, ob das Unternehmen seinen Weg in eine angestrebte Zukunft gefunden hat. Fehler werden in einer solchen Situation nicht vermieden, sondern als Lernchance gesehen, die das Wissen des Unternehmens vermehren und es zukunftssicherer machen.

 

Resilienz, Diversität und Selbstorganisation machen Unternehmen krisenfest

Doch welche Fähigkeiten wirken hinsichtlich der Risikominimierung. Ich beschränke mich hier auf drei Wesentliche – Stärkung der Resilienz, Erhöhung der Diversität und Förderung der Selbstorganisation. Mit einer ausgeprägten Resilienz gehen Unternehmen Krisen aktiv an, weil sie Fähigkeiten erworben hat, Krisen schnell und ohne existentielle Bedrohung hinter sich zu lassen. Eine hohe Diversität bedeutet im Gegensatz zu einer Monokultur, dass das Unternehmen über unterschiedlichste Kompetenzen verfügt, um Risikosituationen unbeschadet zu überstehen. Hohe Diversität in den Produkten, bei den Kunden und bei den Mitarbeitern machen Unternehmen krisenfest. Ein hoher Grad an Selbstorganisation sorgt für schnelle Entscheidungswege, Flexibilität und Schnelligkeit bei der Umsetzung von Korrekturmaßnahmen. Resilienz, Diversität und Selbstorganisation bilden das Immunsystem eines Unternehmens.

Deutlich wird, dass es beim Risikomanagement nicht um Risikovermeidung, sondern um die Gestaltung einer Unternehmensorganisation geht, die auf Risiken vorbereitet ist und sie aktiv und zukunftsgerichtet angeht.

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